Zu guter Letzt
Plakat mit Handy abfotografieren und online bestellen?

Manch einer kennt sie vom online-gebuchten Bahn- oder Konzertticket: 2D-Barcodes. In ihrer einfachen, quadratischen Pixelform erinnern Sie ein wenig an alte C64-Grafiken. Und doch enthalten Sie äußerst modern gespeicherte Informationen wie Artikelnummern bzw. eine Internetadresse, auf die das Handy direkt geleitet werden kann. Die Werbewirtschaft ist begeistert.

"D-Barcodes: Neuer Wind oder laues Lüftchen für die Printmedien?

Denn durch diese Neuerung könnten die Printmedien als Werbemedium neu beflügelt werden, das zur Zeit bröckelnde Vertrauen in die Papier-Werbebotschaft neu gestärkt werden. Über den 2D-Barcode kann der Kunde auf einfachstem Wege weitere Informationen zum beworbenen Produkt erhalten. Das Handy erkennt die Artikelnummer im 2D-Barcode und wählt sich mit dieser Information in die Webseite des Anbieters ein. Dort bekommt der Kunde eine Liste der Inhaltsstoffe, Angaben zu deren Herkunft oder Hinweise auf mögliche Allergiegefahren. Und er kann dort direkt bestellen. Es könnte, so hoffen die Marketingexperten, ein neuer bahnbrechender Absatzkanal werden.

Problem: Medienbruch Handy - Internet

Wäre da nicht der Medienbruch, genau genommen der Übergang vom Mobiltelefon ins Internet. Aktuell nutzen gerade einmal 31 Prozent aller Mobiltelefonierer die Fotofunktion ihres Handys. Selbst wenn der Nutzer tatsächlich den Barcode auf einem Plakat erkennt und abfotografiert, so muss er anschließend mit der fotografierten Information per Handy online gehen. Aktuell wird diese Funktion von 8 Prozent aller Handybesitzer genutzt. Erschwerend kommt hinzu, dass zur Zeit nur auf den wenigsten deutschen Handys die erforderliche Code-Reader-Software serienmäßig installiert ist.

Große Ambitionen für die Zukunft des 2D-Codes

Ein Industriekonsortium mit Mitgliedern wie dem Mobilfunkanbieter Telefónica O2 und dem Handyhersteller Nokia haben sich allerdings bereits vorgenommen, dass sie „bis Ende 2008 in den ersten europäischen Mobiltelefonen Standard-Code-Reader“ integrieren wollen. „Eine weite Verbreitung wollen wir bis Ende 2009 erreichen.“ Handys, Software und Codes sollen eine Sprache sprechen. „Egal, welches Handy und welchen Barcode-Reader man hat, scannt man den gleichen Code, muss immer die gleiche Seite erscheinen“, sagt Gavitec-Vorstand Steinborn. Sonst würden die Nutzer unnötig verwirrt.

Japan wieder einmal Vorreiter

Ganz anders sieht die Nutzung der 2D-Barcodes in Japan aus. Dort scheint diese neue Funktionalität tatsächlich als echter Marketingkana angekommen zu sein - auch bei den Handynutzern. Ob eine ähnliche Entwicklung auch bei uns stattfinden wird, machen viele Experten vor allem davon abhängig, ob man sich branchenintern auf einen gemeinsamen technischen Standard einigen kann. Im Moment können die wenigsten in Deutschland mit den Pixelquadraten und -kreisen etwas anfangen, die Vielzahl an verschiedenartigen Darstellungsarten erschwert die Etablierung als Standardfunktionalität im öffentlichen Markt. Trotz aller Vorbehalte erscheint es aber durchaus möglich, dass sich die Gewohnheiten in den nächsten Jahren ändern werden – Bis 2009 brennt in Deutschland auf diesem Gebiet aber sicherlich nichts an und selbst Vorreiter haben noch etwas Zeit. Die Planung hierzu können Sie selbstverständlich schon heute mit uns durchsprechen!

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